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Ammoniakverluste reduzieren - Ein Gewinn für die Landwirtschaft möglich!

07.10.2016 09:21
von Admin Österreich
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Alfred Pöllinger und Andreas Zentner, HBLFA Raumberg-Gumpenstein

5000 tierhaltende Betriebe bekommen im November einen Fragebogen zum Thema betriebseigenes Wirtschaftsdüngermanagement auf den Tisch und werden gebeten diesen auszufüllen (Projekt Tihalo II). Warum ist das neben der INVEKOS Datenbank und sonstigen Datenerhebungsaktionen verschiedenster Institutionen trotzdem wichtig? Weil die österreichischen Betriebe anderenfalls mit deutlich schlechteren Standardwerten berechnet werden und daraus verpflichtende Maßnahmen abgleitet werden, die für unsere Situation nicht wirklich zutreffend sind. Deshalb wollen wir im kommenden Beitrag kurz auf die Hintergründe und fachlichen Zusammenhänge der Ammoniakemissionen auf den schaf- und ziegenhaltenden Betrieben eingehen.

Pro Jahr gehen der österreichischen Landwirtschaft  rund 66.000 Tonnen Stickstoff in Form von Ammoniak verloren. 94 % davon stammen aus der Landwirtschaft. Diese Tatsache entspricht etwa einem mittleren Verlust von ca. 45 kg Stickstoff pro Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche auf den tierhaltenden Betrieben. Die Stickstoffverluste haben damit aber nicht nur eine hohe wirtschaftliche Bedeutung für den Einzelbetrieb, sondern können über den Umweg „Feinstaub“ auch die menschliche Gesundheit und empfindliche Ökosysteme (z.B. Wälder, Magerwiesen,…) beeinträchtigen. Österreich ist gemäß einer EU-Richtlinie verpflichtet, im Zeitraum von 2020 bis 2030 die Ammoniak-Emissionen um 12 % zu reduzieren. Als Basisjahr gilt das Jahr 2005. Um diese Reduktionsziele zu erreichen, ist eine Effizienzsteigerung in der Landwirtschaft und dabei vorwiegend in der Tierhaltung erforderlich. Dabei gilt es die Potenziale über die gesamte Verfahrenskette (Stall – Wirtschaftsdüngerlager – Ausbringung) zu nutzen.

Der Anteil aus der Schaf- und Ziegenhaltung ist zugegebenermaßen sehr gering, dennoch macht es auch bei diesen Tierarten Sinn den Ist Stand zu erheben um aufgrund einer gesicherten Datenbasis nachweisen zu können, dass das Potenzial verschwindet gering ist.

Stallhaltung – Mistlagerung – Ausbringung

Die Stallhaltung ist in der Schaf- und Ziegenhaltung als Tieflaufstall ausgeführt. Um Emissionen daraus so gering als möglich zu halten gilt es den Lauf- und Liegebereich so trocken als möglich zu halten. Die beste Möglichkeit um Emissionen zu vermeiden wird in der Schaf- und Ziegenhaltung intensiv genutzt – die Weidehaltung. Auf der Weide werden so gut wie keine Ammoniakemissionen produziert.

Für die Stallmistlagerung empfiehlt sich das Festmistlager mit einem Stalldungstreuer aufzusetzen, damit viel Sauerstoff in die Mistmatten gelangt und eine Verrottung in Gang gesetzt wird. Ein nachfolgendes Wenden mit einem Kompostumsetzer beschleunigt den Umsetzungsvorgang und der Wirtschaftsdünger kann rascher wieder düngerwirksam ausgebracht werden. Sollte am Betrieb steinfreie Erde zur Verfügung stehen, kann durch den Zusatz von rd. 5 Gew.% dieser Erde der Kompostierungsvorgang besonders gut gelingen.

Warum ist der Fragebogen „für“ die Landwirtschaft wichtig!

Bereits 2005 wurde eine Fragebogenerhebung zum Wirtschaftsdüngermanagement (TIHALO I) von der Universität für Bodenkultur und dem BMLFUW auf 5.000 ausgesuchten Betrieben durchgeführt. Damit konnte eine solide Datenbasis zur Emissionsberechnung geschaffen werden und die Förderrichtlinien gezielt angepasst werden (z.B. Förderung für die bodennahe Gülleausbringung und Investitionsförderung für feste Güllelagerabdeckungen). Um allerdings genau diese vielfältigen Aktivitäten, die bereits jetzt seitens der Landwirtschaft umgesetzt wurden und noch werden, auch dokumentieren zu können, braucht es erneut eine verbesserte Datenbasis, die über die INVEKOS-Daten leider nicht abdeckbar ist. Ohne diese Daten werden „Standardwerte“ aus internationalen Richtlinien eingesetzt, welche die Situation erfahrungsgemäß deutlich schlechter beurteilen, als es die österreichische Landwirtschaft ist! Zum einen gehen wir davon aus, dass ein Teil der derzeit verwendeten Zahlen nach unten revidierbar sein wird und zum anderen können nur so zielgerichtet sinnvolle, emissionsmindernde Strategien erarbeitet und damit kostenintensive Investitionen und Aufwendungen verhindert werden.

Ab Anfang November werden rund 5000 landwirtschaftliche Betriebe diesen Fragebogen erhalten, der  in digitaler und in Papierform zur Verfügung steht. Der Link zum digitalen Fragebogen wird per email zugesandt. Der Papierfragebogen enthält ein frankiertes Rückantwortkuvert. Die Daten werden in jedem Fall anonymisiert verarbeitet!

Die teilnehmenden Betriebe wurden zufällig ausgewählt und wir brauchen möglichst alle, um entsprechend praxisgerechte Empfehlungen und Lösungen ableiten zu können! Das Ausfüllen des Fragebogens  sollte höchstens 15 Minuten erfordern.

Nur damit können wir unsere Bemühungen zur Emissionsverringerung nachweisen und damit auch das Image der österreichischen Landwirtschaft stärken.

 

Kontakt:

Zentner Andreas (Tel.: 03682/22451-383)

andreas.zentner@raumberg-gumpenstein.at

Neue Broschüre fertig

06.09.2016 10:11
von Redaktion Bayern
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Gerade rechtzeitig vor dem ZLF in München ist unsere neue Broschüre fertig geworden.

Die Multi-Media-Broschüre ist in Zusammenarbeit mit JS Deuschland entstanden; sie ist rein anzeigenfinanziert.

Wir bedanken uns deshalb herzlich bei den Inserenten!

Buchvorstellung: Ziegen wie wir

02.03.2016 16:21
von Admin Österreich
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Porträt eines Haustieres

In diesem Buch geht es um das Wesen, die Vorlieben und Abneigungen von Ziegen, wie wir uns mit ihnen verständigen können, ihre Kulturgeschichte sowie um das Nutztier im landwirtschaftlichen Betrieb. Es vereint wissenschaftliche Erkenntnisse aus aller Welt und gelebte Praxis mit viel Einfühlsamkeit zu kurzweiligen Schilderungen. Was haben Ziegen mit Feuer zu tun? Wieso sind sie anspruchslos und kapriziös zugleich? Warum haben sich ihre wilden Vorfahren einst domestizieren lassen? Was sind die natürlichen Bedürfnisse der Hausziege und welchen wirtschaftlichen Stellenwert kann sie haben? Welche Zukunft kann die zivilisierte Geiß erwarten? Mit Augenzwinkern beschreibt die Autorindabei so manche caprine Verhaltensweise, die nur allzu menschlich anmutet. Abgerundet wird Ziegen wie wir mit einer umfangreichen Bibliographie. Ein Muss für jeden Geißenfreund und jede Ziegenzüchterin.

Ruth Maria Wallner

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