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Informationen zur gekoppelten Almprämie für Schafe und Ziegen

09.04.2015 14:53
von Admin Österreich
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Mit der Umsetzung der GAP – 2020 ist es in Österreich geglückt die gekoppelte Almprämie nun auch für Schafe und Ziegen den Auftreibern anbieten zu können. Dies ist aber auch mit Risiken verbunden. So kann eine Beanstandung des Bestandsregisters oder des Meldewesens (Tierkennzeichnungsverordnung) im Zuge einer Kontrolle der gekoppelten Almprämie zu schwerwiegenden Sanktionen führen.

Die gekoppelte Prämie für gealpte Tiere kann grundsätzlich für alle Schafe und Ziegen, die spätestens mit Stichtag 15.Juli als gealpt, gemeldet und min. 60 Tage lang gealpt werden, beantragt werden. Alle gemeldeten Alpungstage werden hierzu pro Tier aufsummiert. Beginn der Alpung ist mit dem Tag des Almauftriebes, höchstens aber 15 Tage vor Abgabe der Almauftriebsliste festgelegt. Der Tag des Almabtriebes zählt jedoch nicht zur Dauer der Alpung. Lücken während der Alpungsdauer sind möglich. Werden Tiere auf mehreren Almen gealpt, so erfolgt die Meldung der Schafe und Ziegen auf der Alm mit der längsten Alpungsdauer. Als Alm im Sinne der Förderung gekoppelte Almprämie, wird wie im Österreichischen Umweltprogramm (ÖPUL), eine im betreffenden Kalenderjahr beantragte im Almkataster eingetragene Alm bezeichnet. Der Prämienbegünstigte ist der Antragsteller des Mehrfachantrages, Bewirtschafter des Heimbetriebes (Auftreiber). Die Antragsstellung für die gekoppelte Almprämie erfolgt mit der Abgabe des MFA bis spätestens 15. Mai. Die Prämie wird mit dem Ansuchen auf Direktzahlungen (Ankreuzfeld) automatisch mitbeantragt. Zusätzlich ist eine Almauftriebsliste bis spätestens 15. Juli abzugeben. Die Feststellung der Anzahl beihilfefähiger Tiere erfolgt über die Angaben der Almauftriebsliste.

Die Höhe der Prämie unterscheidet sich nach dem Alter der aufgetriebenen Tiere. Als Mutterschaf, bzw. Mutterziege werden Tiere über einem Jahr (Stichtag 1. Juli) bezeichnet. Die Prämie pro Muttertier beträgt 62€ je RGVE. Dies bedeutet eine höchstmögliche Prämie pro Mutterschaf, bzw. Mutterziege von 9,3€ pro Jahr. Für Schafe und Ziegen mit einem Alter bis zu einem Jahr liegt die höchstmögliche Prämie bei 2,17€ pro Tier und Jahr. Diesen möglichen Erlösen steht aber ein nicht zu unterschätzender Aufwand gegenüber.

Jeder Antragssteller ist verpflichtet im Falle einer Kontrolle ausreichende Mitarbeit und Vorarbeit zu Leisten. Dies bedeutet die Tiere, welche der Betrieb zur gekoppelten Prämie gemeldet hat, müssen aus der gesamten Herde selektiert werden. Dies kann zu einem erheblichen Arbeitsaufwand bei Gemeinschaftsalmen führen. Werden im Zuge der Kontrolle Tiere nicht vorgefunden, wird es eine Nachkontrolle unmittelbar nach dem (Auf der Almauftriebsliste angegebenen Almabtriebs Termin) geben. Im Falle fehlender Tiere, muss eine Verlustmeldung an die VIS erfolgen. Bei einem Verstoß bedeutet dies nicht nur eine Rückzahlung der gekoppelten Almprämie, sondern führt auch im Zuge des Cross Compliance zu Sanktionen über die gesamte Betriebsprämie.

Möchte ein Betrieb diese Prämie NICHT beantragen, so besteht die Möglichkeit des Opting-Outs. Dies muss aber am MFA entsprechend angekreuzt werden, ansonsten wird die Prämie automatisch mit Ansuchen auf Direktzahlungen beantragt.

Wichtig für das Ansuchen dieser Prämie ist es, vollständige, lückenlose Aufzeichnungen des Bestandes zu führen. Im Zuge einer Kontrolle wird auch auf die Führung der Bestandes Liste ein Augenmerk gelegt. Die Kontrollintensität ist aufgrund der neuen Etablierung dieser Prämie erhöht.

Jeder Betriebsleiter kann selbst entscheiden ob er die Möglichkeit dieser Prämie nützen möchte oder nicht. Man soll sich aber im Falle einer Beantragung über die möglichen Konsequenzen Bewusst sein.

Neu Regelung innergemeinschaftliches Verbringen von Schafen und Ziegen – Scrapie VO neu

09.04.2015 14:42
von Admin Österreich
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Mit 18.11.2014 ist die Änderung der Anhänge der Verordnung (EU) Nr. 1148/2014 der Kommission zur Verhütung, Kontrolle und Tilgung bestimmter transmissibler spongiformer Enzephalopathien in Kraft getreten. Dies bringt einschneidende Änderungen in der innergemeinschaftlichen Tierverbringung von Schafen und Ziegen mit sich.

Österreich wurde als einziger Mitgliedsstaat der Status „vernachlässigbares Risiko für klassische Scrapie“ zugesprochen. Das bedeutet, dass allen österreichischen Betrieben der höchstmögliche Status vernachlässigbares Risiko mit 18.11.2014 zuerkannt wurde. Der bundesweite Zuchttierhandel, die Nutzung von Gemeinschaftsweiden oder Gemeinschaftsalmen durch österreichische Betriebe, sowie der Zuchttierexport sind dadurch uneingeschränkt möglich. Auswirkungen hat die neue Reglung jedoch auf das innergemeinschaftliche Verbringen von Tieren aus Mitgliedsstaaten nach Österreich, welche nicht direkt für die Schlachtung vorgesehen sind. Eine Verbringung von Zucht- und Nutztieren nach Österreich kann nur erfolgen, wenn diese Tiere entweder aus Mitgliedsstaaten, Gebieten, oder Betrieben mit demselben Status (vernachlässigbares Risiko) stammen, oder, sofern keine Betriebssperre besteht, aufgrund einer Genotypisierung den Genotyp 1(ARR/ARR) aufweisen. Für den Import von Embryonen reicht der Genotyp mit einfachem ARR-Allel. Es wird empfohlen, die internationalen Handelspartner bzw. Betriebe zu motivieren, sich in ihrem Land für den Status „Betrieb mit vernachlässigbaren Risiko“ gemäß den EU-Bedingungen anerkennen zu lassen, damit die Handelsbeziehungen aufrechterhalten werden können.

Nicht nur auf den internationalen Tierverkehr hat die neue EU-Regelung Auswirkung, sondern auch auf den Weidebetrieb von Gemeinschaftsweiden und Gemeinschaftsalmen. Generell dürfen österreichische Schafe und Ziegen nur mit Tieren von Betrieben mit demselben Status in Kontakt kommen. Dies hat Auswirkungen auf die Bewirtschaftung von zwischenstaatlichen Gemeinschaftsweiden und Gemeinschaftsalmen. Nur Betriebe mit dem Status vernachlässigbares Risiko dürfen ihre Tiere auf länderübergreifende Gemeinschaftsweiden in Österreich gemeinsam mit österreichischen Tieren Weiden bzw. Alpen.

Der österreichweite Status „vernachlässigbares Risiko“ stellt insgesamt einen enormen Vorteil für Österreich dar. Durch diesen Status können Schafe und Ziegen, die nicht zur Schlachtung vorgesehen sind, innerhalb von Österreich ohne Einschränkungen bzw. Genotypisierung verbracht werden. Da jedem einzelnen Betrieb in Österreich der Status vernachlässigbares Risiko zugesprochen wurde, entfallen etwaige Kontroll-, Inspektions- und Zertifizierungskosten für die Landwirte.

Katalog Südtiroler Kleintierzüchter

17.02.2014 14:59
von benedikt
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