Futterrationsrechner

Der kostenlose Futterrations-rechner für Schafe und Ziegen ermöglicht die Zusammen-stellung bedarfsgerechter Ration für Schafe, Lämmer, Ziegen und Kitze.
Die Berechnung läuft über Excel und ist für jedermann einfach über vier Schritte auszuführen.

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Ernährung von Schafen und Ziegen

Leistungsgerechte Fütterung bei Schafen und Ziegen

Schafe im Auslauf

Auch Schafe und Ziegen benötigen eine ihrer Leistung entsprechende Ration.

Besonders beim kleinen Wiederkäuer spielt die Art der Haltung eine wesentliche Rolle. Will man lediglich Schafe oder Ziegen als Landschaftspfleger halten – mit möglichst wenig Zeit- und Kostenaufwand, so muss man sich im Klaren sein, dass für diese Haltung nicht alle Rassen geeignet sind.

Tiere, die aufgrund ihrer Züchtung zu Hochleistungstieren geworden sind müssen auch entsprechend gefüttert werden, um gute Leistungen zu bringen und dabei gesund zu bleiben.

Deshalb ist es notwendig, die Futterration dem Bedarf des Tieres anzupassen. Man sollte – sofern die Betriebssituation und Herdengröße dies zulässt – Leistungsgruppen bilden, die unterschiedliche Rationen bekommen.

Somit vermeidet man verfettete Kilbern bzw. Jungziegen bzw. Stoffwechselerkrankungen bei Mutterschafen und -ziegen, die mehrere Lämmer führen.

Auf eine ausreichende Mineralstoffversorgung ist auch in der Extensivhaltung zu achten, um Problemen wie schlechter Fruchtbarkeit oder Mineralhaushalts-/Stoffwechselerkrankungen der Tiere vorzubeugen.

Generell ist bei der Ernährung der Tiere darauf zu achten, dass die Tiere während der einzelnden Produktionszyklen – sprich: Trächtigkeit-Laktation-Leerstehzeit – nicht zu starke Gewichtsschwankungen aufweisen. Starker Gewichtsverlust nach der Geburt, der über ein normales Ausmaß hinaus geht ist extrem Leberbelastend. Die Leber nimmt in der Phase des Gewichtsverlustes extrem viel Körperfett, das abgebaut wird auf und dieses Fett schädigt die Leberzellen nachhaltig – dies kann bis zum Leberversagen – dem sogenannten Leberkoma – führen.

Nimmt das Tier dann, wenn die Lämmer oder Kitze entwöhnt sind und das Tier noch niedertragend ist bei zu guter Fütterung das gesamte Gewicht wieder zu und verfettet es dabei, wirkt sich dies noch einmal negativ auf die Leber aus – die Leber verfettet wiederum weil das Tier zuviel Energie aufnimmt und wieder die Leber das zentrale Stoffwechselorgan ist, das diese Belastung aushalten muss.

Somit lässt sich kurz zusammenfassen:

DER LEISTUNGSGERECHTEN ERNÄHRUNG DER SCHAFE UND ZIEGEN SOLLTE NICHT NUR BEI INTENSIVER SCHAF- UND ZIEGENHALTUNG AUFMERKSAMKEIT GESCHENKT WERDEN, SONDERN SOLLTE AUF JEDEM BETRIEB EIN THEMA SEIN.

Selenmangel bei Schaf und Ziege

Warum ist Vitamin E und Selen so wichtig für den Körper?

Vitamin-E-Selenmangel kommt in Österreichs Betrieben immer wieder vor und kann zu erheblichen Lämmerverlusten führen. Weitere Bezeichnungen für das Krankheitsbild: Weißmuskelerkrankung, nutritive Muskeldystrophie, stiff lamb disease, white muscle disease

Selenmangelerkrankung:

Synonyme:

  • Nutritive Muskeldystrophie
  • Se-Vit.E-Defizit – enzootische Muskeldystrophie
  • Weißmuskelkrankheit
  • Engl.: Stiff lamb disease, white muscle disease

Selenmangel und auch Vitamin-E-Mangel zeigt sich in Form einer Muskelerkrankung bei jungen Lämmern und Ziegenkitze. Wird das Spurenelement Selen dem Körper nicht regelmäßig in ausreichender Menge zugeführt und ist die angebotene Ration Vitamin-E-arm, degenerieren Muskelzellen der quergestreiften Muskulatur.

SELENMANGEL IST IN ÖSTERREICH SEIT JAHREN EIN THEMA UND FÜHRT IMMER WIEDER ZU ERHEBLICHEN AUSFÄLLEN BEI LÄMMERN UND ZIEGENKITZEN, DIE VON WIRTSCHAFTLICH GROSSER BEDEUTUNG SIND.

Da die Symptome von Vitamin E-Mangel und Selenmangel annähernd gleich sind, hat man die beiden Mangelzustände unter einer einheitlichen Krankheitsbezeichnung zusammengefasst, nämlich der Weißmuskelkrankheit oder nutritiven Muskeldystrophie (NMD).

Warum ist Vitamin E und Selen so wichtig für den Körper?

Es ist wichtig zu wissen, wie Selen und Vitamin E sich im Körper verhalten, um das Krankheitsbild auch richtig verstehen zu können.

Selen als Spurenelement und Vitamin E als Radikalfänger sind wichtige Bausteine für die Erhaltung der Körperfunktionen. Vitamin E beispielsweise ist für die Stabilisierung der Zellmembranen im Körper mit verantwortlich und bindet freie Radikale, die Zellwände von Körperzellen angreifen und zerstören können. Auch gibt es Untersuchungen, dass Vitamin E-Mangel mit Sterilitäten und Problemen im Abgang der Nachgeburt in Zusammenhang stehen kann.

Selen wird beim Aufbau eines wichtigen Enzyms im Körper benötigt, das ebenfalls die beim Abbau von mehrfach ungesättigten Fettsäuren entstehenden Radikale abpuffert. Diese als Radikale bezeichneten Giftstoffe, greifen vor allem sauerstoffreiche Zellen – das sind vor allem Skelettmuskeln und der Herzmuskel – an und wirken hier gewebszerstörend.

Fehlt Vitamin E oder Selen, können diese gewebszerstörenden Wirkstoffe nicht mehr ausreichend gebunden werden und in der Folge degenerieren die Muskelzellen.

BETROFFEN SIND VOR ALLEM DIE LENDENMUSKELN, DIE HALS- UND BRUSTMUSKELN, DIE MUSKELN AN DEN BEINEN UND DER HERZMUSKEL.

Ein erhöhter Sauerstoffumsatz in den Muskeln (plötzliche vermehrte Bewegung, körperliche Anstrengung) und hohe Fettgehalte im Futter (mit hohem Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren) verschlimmern das Krankheitsbild akut.

Wie viel Selen muss im Futter vorhanden sein, um den Bedarf der Schafe und Ziegen zu decken?

DURCHSCHNITTLICHE TÄGLICHE BEDARFSNORMEN: 0,3 – 0,5 MG SELEN PRO KG TROCKENSUBSTANZ (EINIGE AUTOREN SPRECHEN VON MINDESTENS 0,1 MG/KG TS) – CA. 30 – 50 MG TOCOPHEROL (VITAMIN E) PRO KG TROCKENSUBSTANZ.

Dieser Bedarf ist dann gedeckt, wenn im Boden mehr als 5 ppm Selen vorhanden ist (ist durch Bodenuntersuchungen feststellbar). Trotz ausreichend Selen im Boden kann es in bestimmten Situationen trotzdem zu Mangelerscheinungen kommen, nämlich dann, wenn verhältnismäßig viel Schwefel im Boden zu finden ist bzw. durch die moderne Futtergewinnung (z.B.: industrielle Trocknung von Getreide, zu heiße Heutrocknung, Konservierung von Getreide mit Propionsäure) das im Futter enthaltene Vitamin E großteils zerstört wird. Außerdem besteht ein höherer Bedarf an Vitamin E und Selen, wenn im angebotenen Futter ein hoher Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren enthalten ist.

Ziegen haben meist einen etwas höheren Bedarf an Vitamin E und Selen als Schafe. Es gibt jedoch nur wenige Untersuchungen über den tatsächlichen Bedarf. Deshalb schwanken die Angaben meist zwischen 5 mg bis 100 mg/kg TS. Ziegen aber auch Schafe reagieren jedoch auf eine Überversorgung sehr empfindlich!

DESHALB IST BEI DER BEHANDLUNG EINES SELENMANGELS UNBEDINGT AUF EINE EXAKTE DOSIERUNG ZU ACHTEN! ÜBERDOSIERUNGEN FÜHREN SEHR RASCH ZU EINER VERGIFTUNG, DIE ÄHNLICH WIE DER MANGEL AUSSEHEN KANN UND FATALE FOLGEN HAT! DIE TOLERANZGRENZE ZWISCHEN MINIMAL BENÖTIGTER MENGE AN SELEN UND SELENVERGIFTUNG IST ÄUSSERST GERING!

Deshalb muss bei Verdacht auf Selenmangel in jedem Fall Kontakt mit dem Betreuungstierarzt aufgenommen werden, die Diagnose muss abgesichert werden und ein langfristiges Sanierungsprogramm zur Auffüllung des Selendefizites bzw. zur Erhöhung der Vitamin-E-Zufuhr muss gemeinsam mit dem Tierarzt und Futtermittelberater erstellt werden!

Kupfervergiftung – Kupfermangel bei Schafen und Ziegen

Mineralstoffwechselstörungen: Kupfer – warum ist Kupfer wichtig?

Kupfer ist ein Spurenelement, das für viele Körperfunktionen wichtig ist. Vor allem für die Ausreifung des Nervensystems von Ungeborenen im Mutterleib spielt Kupfer eine wichtige Rolle.

Leidet das Muttertier unter einem Mangel an diesem Spurenelement, ist die Ausbildung von Hirn und Rückenmarkscheide des Lammes oder Kitzes beeinträchtigt, es entstehen regelrechte Hohlräume im Hirn, die Folge sind schwerste zentralnervöse Störungen bei den neugeborenen Lämmern. Diese Störungen bei den Lämmern können sich bei Kupfermangel aber auch erst in den ersten Lebenswochen entwickeln, es entsteht der sogenannte Sway-back (enzootische Ataxie).

KUPFER IST ABER AUCH ALS BAUSTEIN WICHTIGER ENZYME ZUR BILDUNG UND AUSREIFUNG DER ROTEN BLUTKÖRPERCHEN UND FÜR DEN EISENSTOFFWECHSEL SOWIE FÜR DIE REIFUNG DER WEISSEN BLUTKÖRPERCHEN NOTWENDIG.

Auf eine ausreichende Zufuhr von Kupfer ist daher zu sorgen, um Abmagerung, Blutarmut und Infektanfälligkeit sowie Gehirnschäden bei den Tieren zu verhindern.

Dabei ist jedoch zu beachten, dass besonders Schafe eine nur geringe Toleranz für Kupfer aufweisen. Schafe benötigen im Gegensatz zur Ziege nur wenig Kupfer, ein zuviel an Kupfer führt rasch zu Vergiftungserscheinungen. Das zuviel aufgenommene Kupfer wird über Monate in der Leber der Tiere gespeichert und häuft sich in diesem Organ an. Bei Schafen beobachtet man deshalb Kupfermangel nur selten, viel häufiger treten Schäden durch Kupfervergiftung auf, v.a. wenn falsche Mineralstoffmischungen (z.B. für Rinder oder Schweine) verfüttert werden.

Klauenpflege beim kleinen Wiederkäuer

Grundsätze zur funktionellen Klauenpflege beim kleinen Wiederkäuer

Die Klauenpflege hat beim Schaf besondere Bedeutung: Ordnungsgemäße und regelmäßige Klauenpflege beugt Klauenerkrankungen vor, das Allgemeinbefinden des Tieres und somit seine Leistungsfähigkeit bleiben erhalten und die Marschfähigkeit der Tiere wird unterstützt.

Natürliches Klauenwachstum

Die Klauen des Schafes wachsen im Monat ca. 3-5 mm, die Klauen der Hintergliedmaßen stärker als die der Vordergliedmaßen. Je nach Abnutzung der Klauen ist in regelmäßigen Abständen ein Kürzen der gesunden Klauen notwendig. Bei Klauenerkrankungen ist ein kürzerer Intervall nötig bzw. muss der Erfolg der Klauenpflege kontrolliert werden. Die Klauenpflege sollte mindestens zweimal jährlich erfolgen, im Frühjahr 3 bis 4 Wochen vor dem ersten Weideaustrieb und im Herbst vor dem Aufstallen in die Winterquartiere. Je nach Bodenbeschaffenheit und Haltungsform sind die Intervalle der Klauenpflege anzupassen.

Werden die Tiere ausschließlich in Stallhaltung auf weicher Einstreu gehalten, erfolgt nahezu kein natürlicher Abrieb der Klauen. Die Klauen sind regelmäßig zu kontrollieren, ein zweimal jährlicher Klauenschnitt ist in diesen Fällen meist zuwenig. Bei regelmäßigem Austrieb auf Weideflächen und Alpung werden die Klauen stärker abgerieben, die Klauen sollten aber ebenfalls regelmäßig kontrolliert werden, die Klauenpflege sollte zumindest 2 mal jährlich durchgeführt werden. Sobald die Klauen stark angewachsen sind, ist in jedem Fall ein Klauenschnitt notwendig, um die natürliche Form der Klaue zurück zu gewinnen und somit die Funktionalität der Klauen zu erhalten.

Anatomie der Klaue

Schafe und Ziegen gehören zu den Paarhufern. Die beiden Klauen jeder Extremität sind so geformt, dass der Klauenboden ohne Hohlraum am Boden fußt, die Klauenkanten sind leicht abgerundet, damit diese nicht ausreißen können. Die Reinigung der Klauen erfolgt über den Zwischenklauenspalt, wobei der Schmutz beim Auffußen zwischen den Klauen hindurch nach oben hinausgedrückt wird. Unterstützt wird diese Reinigung durch eine Hohlkehlung an der Innenseite der Klauen.

Kleine Wiederkäuer fußen mit der Klauenspitze, dem äußeren Tragrand, dem vorderen inneren Tragrand und der Sohle bis zum Ballen. Beim Auftreten auf dem Boden werden die Klauenpaare auseinandergedrückt, somit liegt der Zwischenklauenspalt frei und durch die Verbreiterung der Auftrittsfläche wird das zu tragende Gewicht besser verteilt.

In Abb. 4 und Abb. 5 sind die anatomischen Besonderheiten der Schaf- und Ziegenklaue dargestellt. Klicken Sie auf das jeweilige Bild, um eine größere Darstellung zu erhalten!

Arzneimittelanwendung am Schaf- und Ziegenbetrieb

Ist eine Arzneimittelanwendung durch den Tierhalter noch möglich?

In Österreich sind seit 2002 mit der Einführung des Tierarzneimittelkontrollgesetzes eine Vielzahl an neuen Vorschriften zur Arzneimittelanwendung an Nutztieren erlassen worden.

Gibt es noch Möglichkeiten, dass ich als Bauer Arzneimittel an meinen Schafen und Ziegen anwenden darf?

Auf den Tierhalter kommen immer mehr Gesetze und Verordnungen zu, deren Informationsflut oft Unsicherheiten bei Nichtinformierten aufkommen lassen, was denn an Behandlungsmöglichkeiten kranker Tiere überhaupt noch legal ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass durch das Tierarzneimittelkontrollgesetz, das 2002 erlassen wurde, endlich Rechtssicherheit in der Anwendung von Arzneimitteln an Tieren, die zur Lebensmittelgewinnung dienen sollen, herrscht. Die dem Tierarzneimittelkontrollgesetz nachgelagerten Verordnungen (z.B. Tierarzneimittelanwendungsverordnung und deren Änderungsverordnungen) regeln die Anwendungsmöglichkeiten durch den Tierhalter sehr genau.

Es ist nun gesetzlich erlaubt, dass im Rahmen von Betreuungsverhältnissen Tierarzneimittel vom Tierarzt dem Bauern zur Anwendung an seinen Schafen und Ziegen überlassen werden. Dies darf aber nur unter tierärztlicher Anleitung erfolgen und es muss auch eine tierärztliche Diagnose gestellt werden.

Außerhalb eines Betreuungsverhältnisses im Rahmen des Tiergesundheitsdienstes dürfen vom Tierhalter nur mehr Tierarzneimittel selbst angewandt werden, die laut Anwendungsverordnung außerhalb des TGD erlaubt sind – die sogenannten “NE”-Arzneimittel. “NE” bedeutet, dass die Anwendung dieser Medikamente nicht eingeschränkt ist.

Trotzdem dürfen diese Präparate nur dann vom Bauern angewendet werden, wenn diese von einem Tierarzt verschrieben wurden, der Abgabebeleg am Betrieb aufbewahrt wird und die Anwendung beim jeweiligen Tier entsprechend dokumentiert wird.

Kot- und Milchproben richtig ziehen – ein Leitfaden zur Hygiene

Wie ziehe ich Kotproben richtig?

Für Parasitologische Untersuchungen ist die richtige Gewinnung von Kotproben wesentlich, um falsch negative Befunde zu vermeiden und zu exakten Diagnosen zu kommen.

Woher entnehme ich die Kotprobe?

Kotproben sollten wenn möglich immer direkt aus dem After entnommen werden. Unmittelbar abgesetzter Kot kann vom Boden ausnahmsweise aufgenommen werden. Kotproben vom Mistplatz oder von der Weide oder bereits seit längerer Zeit abgesetzter Kot aus der Einstreu führen unweigerlich zu falschen Ergebnissen, weil schon zuviel Zeit vergangen ist und sich die Parasiteneier bereits zu Larven weiterentwickelt haben, die aus dem Kot ausgewandert sind. Ein falsch-negativer Befund ist die Folge – die Kotuntersuchung somit wertlos geworden!

Welche Tiere sind geeignet, um einen möglichst aussagekräftigen Befund zu erhalten?

Vorzugsweise zieht man die Kotprobe von Lämmern/Kitzen bzw. Jungtieren mit Durchfall bzw. von Jährlingen, die immer wieder Durchfall zeigen, sich in schlechtem Nährzustand befinden oder bereits deutlichere Anzeichen für einen Parasitenbefall (z.B. Flaschenhals, Blutarmut) zeigen. Kot von älteren Tieren ist oft nicht aussagekräftig, weil die Tiere viel weniger bis gar keine Parasiteneier ausscheiden.

Wann ist ein guter Zeitpunkt für eine Kotprobenuntersuchung?

Im Frühjahr bis zum Herbst, bei Leberegelverdacht auch im Spätherbst oder Frühwinter. Faustregel: die meisten Parasiten begeben sich in eine Art Winterschlaf, d.h. im Winter werden weniger Eier ausgeschieden als im Sommer, wenn die Umweltbedingungen der Parasiten besser sind. Bei vermehrten Durchfällen mit Verdacht auf ein parasitäres Geschehen ist eine Kotprobe in jedem Fall VOR der Behandlung angezeigt. NACH der Behandlung (ca. 10 Tage danach) hat sich die Ziehung von Kotproben und die Untersuchung des Kots auf Parasiten bestens bewährt.

So kann man nämlich den Behandlungserfolg bzw. die Wirksamkeit des eingesetzten Präparates unmittelbar überprüft werden und so frühzeitig erkannt werden, wenn bereits Resistenzen vorhanden sind. Ein Wechsel des Medikamentes ist somit ohne größere Tierverluste noch rechtzeitig möglich.

Wie entnehme ich die Kotprobe?

Am besten nimmt man einen Plastikhandschuh, reizt den After mit streichelnden Bewegungen, um Kotabsatz zu provozieren und fängt den Kot mit der Handfläche auf, stülpt den Handschuh um und kann die Kotprobe sogleich mit einem Knoten verschließen. Setzt das Tier nicht freiwillig Kot ab, hat sich v.a. bei Schafen bewährt, die Nase und das Maul solange zuzuhalten, bis das Tier aus Atemnot in Panik gerät – Kot und Harn wird meist unmittelbar danach abgesetzt (Helfer nötig!).

Welche Menge an Kot ist notwendig?

Ca. 20 – 40 g reichen (Faustregel: eine Portion in der Größe von 2-3 Walnüssen) für eine vollständige Parasitenuntersuchung auf Magen-Darmwürmer, Lungenwürmer und sogar Leberegel aus. Lieber etwas zu viel von einem verdächtigen Tier einsenden, als zuwenig! Für die Lungenwurmdiagnostik benötigt man mehr Kotmenge!

Sind Misch- und Sammelkotproben sinnvoll?

Bei Verdachtsfällen ist es sinnvoller, Einzelkotproben einzusenden, um einen Behandlungserfolg zu überprüfen, können Sammelkotproben genause eingeschickt werden. Zu beachten ist immer, dass bei Sammelkotproben eine Verdünnung eventuell positiver Tiere mit dem Kot negativer Tiere zustandekommt und das Gesamtergebnis so verfälscht werden kann. Wird ein mittelgradiger Parasitenbefall bei Einsenden einer Mischprobe festgestellt, ist dies höher zu bewerten, als ein Einzelkotprobenbefund.

Wie verschicke ich die Kotprobe richtig?

Es ist immer ein Begleitschreiben beizulegen mit Angaben über das Alter und Geschlecht des Tieres, die Tierart bzw. Rasse ist anzugeben und die sonstigen Auffälligkeiten (z.B.: Tier hat seit 3 Tagen Durchfall, …). Der Besitzer ist anzuführen (Name, Anschrift), sowie auf welche Parameter untersucht werden soll. Kotproben dürfen nur vom Betreuungstierarzt eingeschickt werden. Die Veterinärmedizinische Universität nimmt nur noch Proben von Tierärzten entgegen. Kotproben sind im Einvernehmen mit dem Betreuungstierarzt einzusenden bzw. die Behandlungsstrategie mit diesem zu vereinbaren.

Kotproben müssen gut verpackt eingeschickt werden (am besten in einem Plastikgefäß mit gut schließbaren Decken oder in einem verknoteten Rektalhandschuh oder Plastiksack. Ausgetrocknete Kotproben sind wertlos! Die genaue Vorgangsweise erklärt Ihr Betreuungstierarzt.

Wie ziehe ich Kotproben richtig?

Für Parasitologische Untersuchungen ist die richtige Gewinnung von Kotproben wesentlich, um falsch negative Befunde zu vermeiden und zu exakten Diagnosen zu kommen.

Woher entnehme ich die Kotprobe?

Kotproben sollten wenn möglich immer direkt aus dem After entnommen werden. Unmittelbar abgesetzter Kot kann vom Boden ausnahmsweise aufgenommen werden. Kotproben vom Mistplatz oder von der Weide oder bereits seit längerer Zeit abgesetzter Kot aus der Einstreu führen unweigerlich zu falschen Ergebnissen, weil schon zuviel Zeit vergangen ist und sich die Parasiteneier bereits zu Larven weiterentwickelt haben, die aus dem Kot ausgewandert sind. Ein falsch-negativer Befund ist die Folge – die Kotuntersuchung somit wertlos geworden!

Welche Tiere sind geeignet, um einen möglichst aussagekräftigen Befund zu erhalten?

Vorzugsweise zieht man die Kotprobe von Lämmern/Kitzen bzw. Jungtieren mit Durchfall bzw. von Jährlingen, die immer wieder Durchfall zeigen, sich in schlechtem Nährzustand befinden oder bereits deutlichere Anzeichen für einen Parasitenbefall (z.B. Flaschenhals, Blutarmut) zeigen. Kot von älteren Tieren ist oft nicht aussagekräftig, weil die Tiere viel weniger bis gar keine Parasiteneier ausscheiden.

Wann ist ein guter Zeitpunkt für eine Kotprobenuntersuchung?

Im Frühjahr bis zum Herbst, bei Leberegelverdacht auch im Spätherbst oder Frühwinter. Faustregel: die meisten Parasiten begeben sich in eine Art Winterschlaf, d.h. im Winter werden weniger Eier ausgeschieden als im Sommer, wenn die Umweltbedingungen der Parasiten besser sind. Bei vermehrten Durchfällen mit Verdacht auf ein parasitäres Geschehen ist eine Kotprobe in jedem Fall VOR der Behandlung angezeigt. NACH der Behandlung (ca. 10 Tage danach) hat sich die Ziehung von Kotproben und die Untersuchung des Kots auf Parasiten bestens bewährt.

So kann man nämlich den Behandlungserfolg bzw. die Wirksamkeit des eingesetzten Präparates unmittelbar überprüft werden und so frühzeitig erkannt werden, wenn bereits Resistenzen vorhanden sind. Ein Wechsel des Medikamentes ist somit ohne größere Tierverluste noch rechtzeitig möglich.

Wie entnehme ich die Kotprobe?

Am besten nimmt man einen Plastikhandschuh, reizt den After mit streichelnden Bewegungen, um Kotabsatz zu provozieren und fängt den Kot mit der Handfläche auf, stülpt den Handschuh um und kann die Kotprobe sogleich mit einem Knoten verschließen. Setzt das Tier nicht freiwillig Kot ab, hat sich v.a. bei Schafen bewährt, die Nase und das Maul solange zuzuhalten, bis das Tier aus Atemnot in Panik gerät – Kot und Harn wird meist unmittelbar danach abgesetzt (Helfer nötig!).

Welche Menge an Kot ist notwendig?

Ca. 20 – 40 g reichen (Faustregel: eine Portion in der Größe von 2-3 Walnüssen) für eine vollständige Parasitenuntersuchung auf Magen-Darmwürmer, Lungenwürmer und sogar Leberegel aus. Lieber etwas zu viel von einem verdächtigen Tier einsenden, als zuwenig! Für die Lungenwurmdiagnostik benötigt man mehr Kotmenge!

Sind Misch- und Sammelkotproben sinnvoll?

Bei Verdachtsfällen ist es sinnvoller, Einzelkotproben einzusenden, um einen Behandlungserfolg zu überprüfen, können Sammelkotproben genause eingeschickt werden. Zu beachten ist immer, dass bei Sammelkotproben eine Verdünnung eventuell positiver Tiere mit dem Kot negativer Tiere zustandekommt und das Gesamtergebnis so verfälscht werden kann. Wird ein mittelgradiger Parasitenbefall bei Einsenden einer Mischprobe festgestellt, ist dies höher zu bewerten, als ein Einzelkotprobenbefund.

Wie verschicke ich die Kotprobe richtig?

Es ist immer ein Begleitschreiben beizulegen mit Angaben über das Alter und Geschlecht des Tieres, die Tierart bzw. Rasse ist anzugeben und die sonstigen Auffälligkeiten (z.B.: Tier hat seit 3 Tagen Durchfall, …). Der Besitzer ist anzuführen (Name, Anschrift), sowie auf welche Parameter untersucht werden soll. Kotproben dürfen nur vom Betreuungstierarzt eingeschickt werden. Die Veterinärmedizinische Universität nimmt nur noch Proben von Tierärzten entgegen. Kotproben sind im Einvernehmen mit dem Betreuungstierarzt einzusenden bzw. die Behandlungsstrategie mit diesem zu vereinbaren.

Kotproben müssen gut verpackt eingeschickt werden (am besten in einem Plastikgefäß mit gut schließbaren Decken oder in einem verknoteten Rektalhandschuh oder Plastiksack. Ausgetrocknete Kotproben sind wertlos! Die genaue Vorgangsweise erklärt Ihr Betreuungstierarzt.

Wie ziehe ich Milchproben richtig?

Bei Problemen mit der Eutergesundheit ist es notwendig, neben der regelmäßigen Durchführung von Schalmtests auch eine Erregerdifferenzierung durchführen zu lassen.

Bei Schafen ist der Schalmtest sehr aufschlussreich und in etwa gleich aussagekräftig wie bei Rindern. Bei Ziegen können keine genauen Aussagen getroffen werden, da Ziegenmilch natürlicher weise eine hohe Anzahl von Zellen enthält und der Schalmtest falsch positiv aufscheint. Zellgehalte von mehreren Hunderttausend sind bei Ziegen keine Seltenheit – und kommen in völlig gesunden Eutern vor. Bei Schafen muss bereits die Schlierenbildung beim Schalmtest mit Vorsicht genossen werden und ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass zumindest eine Sekretionsstörung vorliegt.

Bei Auftreten von Eutererkrankungen ist es besonders wichtig, zu einer Herdendiagnose zu kommen, um bei weiteren Erkrankungen möglichst rasch das richtige Medikament einsetzen zu können und auch prophylaktisch Maßnahmen setzen zu können.

Um den Krankheitserreger identifizieren zu können, ist die Einsendung einer aseptischen Milchprobe wichtig, nicht nur bei chronischen Verläufen, sondern auch im akuten Geschehen. Parallel zur Untersuchung auf die Keime ist es sinnvoll, ein Antibiogramm durchführen zu lassen, um das am besten wirksame Medikament zur Behandlung herauszufinden und die Therapie möglichst gezielt ansetzen zu können.

Auf besondere Hygiene ist bei der Entnahme zu achten! Viele der Proben sind im Labor praktisch nicht mehr zu verwenden, weil Schmutzkeime in das Gefäß gelangt sind und die Schmutzkeime den eigentlichen Erreger im Labor überwuchern – ein nicht mehr aussagekräftiges Ergebnis ist die Folge, die in den meisten Fällen völlig unzufriedenstellend für den Betrieb ist.

Vielfach hat sich genau aus diesem Grund der Irrglaube entwickelt, Milchproben sind unnötig und kosten nur Geld. Gezielt eingesetzt bieten sie eine ausgezeichnete Diagnose für die Herde – auch wenn sie vielleicht für das akut erkrankte Einzeltier nicht mehr ausschlaggebend ist. Bei weiteren Erkrankungen profitiert der Betrieb von einem Screening der Herde.

Wie bereite ich eine aseptische Milchprobe vor?

Zu Beginn ist darauf zu achten, dass man einen sauberen Stallmantel mit langen Ärmeln überzieht. Die Probensets sind vom Tierarzt zu besorgen und trocken und sauber in einem Schrank griffbereit aufzubewahren. Für den Notfall sollte eine versiegelte Packung auf Lager liegen bzw. so rasch als möglich besorgt werden.

Folgende Geräte und Utensilien sind vor der Entnahme bereitzuhalten:

  • 1 Flasche mit ca. 70 %igen Alkohol
  • Wattebauschen (lose Watte geht besser als Wattepads)
  • Statt Alkohol und Watte können auch Einweg-Desinfektionstücher genommen werden
  • 1 Packung mit den Probenröhrchen
  • Arbeitsmantel (saubere Schutzbekleidung)
  • 1 Blatt Papier mit Tabelle der zu untersuchenden Tiere (bei Herdenuntersuchung) – eingeteilt in linke und rechte Hälfte – Platz für Schalmtestergebnis einrechnen + Schreibzeug
  • Euterpapier (Einwegtücher)
  • Schalmreagenz + Schalmtestplatte
  • 1 Eimer mit warmen Wasser zum Reinigen des Schalmtests nach Gebrauch
  • Handtuch, Seife zum Händereinigen

Die Probengefäße sind im Vorhinein zu beschriften und entsprechend der Beschriftung heranzuziehen, um Verwechslungen auszuschließen und während der Entnahme möglichst viel Schreibarbeit zu vermeiden.

Wie führe ich die aseptische Milchprobenentnahme durch?

Folgende Reihenfolge zur Milchprobenentnahme muss beachtet werden, um aussagekräftige und möglichst saubere Proben zu erhalten:

1.) Euter und Zitzen mit Einwegtuch trocken säubern – eventuell überstehende bzw. im Weg stehende Wolle vorher auszupfen
2.) Schalmtest auf beideen Euterhälften durchführen
3.) Auswertung des Schalmtests in Tabelle eintragen (Helfer)
4.) Hände reinigen und gut abtrocknen
5.) Wattebausch in die Hand nehmen, Alkohol großzügig darüberleeren, ohne den Wattebausch mit der Flasche zu berühren
6.) Steht das Tier mit dem Kopf nach links: zuerst die rechte Zitze reinigen (Faustregel: zuerst die weiter entfernte Zitze reinigen, danach die nahe). Mit schraubenzieherartigen Bewegungen die Zitzenkuppe fest einreiben
7.) Wattebausch umdrehen und mit der noch sauberen Seite nochmals mit drehenden Bewegungen die Zitze gut abreiben – fest andrücken, damit der Alkohol gut einwirken kann, die Kuppenunterseite am Ende nochmals drehend abreiben, um alle Schmutzrückstände zu beseitigen
8.) Vorgang ab 5. wiederholen, die näher liegende Zitze ebenfalls reinigen
9.) Erstes Probengefäß nehmen, Verschlusskappe lockern – NICHT abnehmen
10.) Mit Probengefäß zum Euter neigen, Probengefäß dabei mit Öffnungsseite Richtung Boden halten (befinden sich Stabilisator-Kügelchen darin – lediglich waagrecht halten) – Probengefäß dabei mit Zeigefinger und Daumen halten
11.) Die Milchentnahme erfolgt in umgekehrter Reihenfolge wie die Säuberung der Zitzen – also zuerst die nähere Zitze, danach die weiter entfernte Zitze melken.
12.) Jetzt den Deckel mit der freien Hand abnehmen und zwischen Zeigefinger und Mittelfinger mit der Öffnung nach vorne einklemmen – Probengefäß dabei maximal waagrecht halten (es darf nicht möglich sein, dass von oben Schmutz ins Gefäß fällt)
13.) Zitze umfassen und einen dicken Strahl Milch in die Öffnung des Röhrchens melken – dabei darf das Röhrchen keinesfalls die Zitze oder ander Euterteile oder das Vlies berühren – Abstand halten
14.) Unmittelbar danach: Decken an Außenseite nehmen und Gefäß verschließen.
15.) Vorgang mit zweiter Zitze wiederholen

Weshalb ist diese Vorgangsweise so wichtig?

Es ist wichtig, dass bereits desinfizierte Zitzen nicht irrtümlich noch einmal mit dem schmutzigen Handrücken berührt werden. Deshalb ist zuerst die weiter entfernte Zitze zu desinfizieren, danach die näher liegende – die Probenentnahme genau umgekehrt durchzuführen.

Die Probengefäße sollten deshalb eher nach unten gehalten werden, damit keine Staubpartikel ins Gefäß fallen können. Der Abstand beim ERmelken der Probe ist deshalb wichtig, um Verschmutzungen und Keimeinträge mit Schmutzkeimen am Rand des Gefäßes zu verhindern.

Die Verschlusskappe darf nur außen angefasst werden, keinesfalls darf auf die Innenseite gegriffen werden – ansonsten ist wieder die Gefahr gegeben, dass Schmutzkeime das Probenergebnis beeinflussen!

Die genaue Vorgangsweise bei der aseptischen Milchprobenentnahme erklärt Ihnen Ihr Betreuungstierarzt gerne!

Rund um die Geburt (Geburtshilfe, Geburtshygiene)

Geburtshilfe beim kleinen Wiederkäuer

Präsentieren sich die ertasteten Lämmer in normaler Lage (Vorderendlage ohne abgewinkelte Gliedmaßen, bei Zwillingen: das erste Lamm tritt normal in den Geburtskanal), dann genügt es im Regelfall, das Tier weiterhin auf Anzeichen eines abnormen Geburtsverlaufes zu beobachten. In den meisten Fällen ist eine Zughilfe NICHT notwendig.

Zughilfe ist erst dann zu leisten, wenn die Geburt ins Stocken kommt bzw. beim Ertasten der Früchte bemerkt wird, dass ein Geburtshindernis (ev. zu großes Lamm) vorliegen könnte.

Extraktion des Lammes:

Geburtsstricke sind, sofern sie verwendet werden an den Gliedmaßen zu befestigen – immer oberhalb der Fesselgelenke (feinere Stricke verwenden, als jene, die bei Kälbern üblich sind – erleichtert das Arbeiten!).

Vor Beginn einer notwendigen Zughilfe muss ausreichend Gleitgel bzw. Fruchtwasserersatz in den Geburtsweg eingebracht werden, insbesondere dann, wenn die Fruchtblase schon vor längerer Zeit geplatzt ist. Fehlerhafte Stellungen müssen unbedingt vor dem Herausziehen berichtigt werden, ansonsten riskiert man erhebliche Geburtsverletzungen am Muttertier und Lamm/Kitz (Ausnahme: Steißlage à Lamm kann im Notfall mit dem Becken zuerst herausgezogen werden).

Merke:

LEITSPRUCH: „IN DER (WEHEN)PAUSE ARBEITEN“ (MANIPULATIONEN AM LAMM BZW. BERICHTIGUNGEN INNERHALB DER GEBÄRMUTTER DÜRFEN NUR DURCHGEFÜHRT WERDEN, WENN DAS TIER EINE WEHENPAUSE HAT! PRESST DAS TIER DARF NICHT DAGEGEN ANGEGANGEN WERDEN BZW. DARF NIEMALS GEGEN DAS LAMM GEDRÜCKT ODER GESCHOBEN WERDEN!)

WENN DOCH: RISS IN DER GEBÄRMUTTER MÖGLICH! (DIES BEDEUTET FAST IMMER DEN VERLUST DES MUTTERTIERS.)

Hinterendlagen dürfen NIEMALS in eine Vorderendlage umgewandelt werden, da auch hier die Gefahr eines Gebärmutterrisses besteht! Bei Mehrlingsgeburten muss vor der Zughilfe sicher sein, dass die Beine zu 1 Lamm gehören und nicht aus Versehen 2 Beine von 2 Lämmern angeseilt worden sind! Nach jeder Extraktion eines Lammes unter Zughilfe muss nachgeprüft werden, ob sich noch ein weiteres Lamm im Mutterleib befindet.

Abnorme Stellungen und Lagen der Früchte zeigen sich folgendermaßen:

  • Abgewinkelte Gliedmaßen in Vorderendlage (Abb. 1)
  • Seitlich oder nach hinten verschlagener Kopf (Abb. 2)
  • Hinterendlage (Sonderform = Steißlage à nur Schwanz zu ertasten, keine Beine) (Abb. 3)
  • Hundesitzige Stellung – Rückenlage (äußerst schwierig zu berichtigen; Tierarzt verständigen!) (Abb.4)
  • Mehr als 2 Gliedmaßen (z.B. 4 Beine) sind zu ertasten (meist ein Zeichen für Mehrlinge
  • Selten: 1 Lamm in hundesitziger Stellung) (Abb.5)

Tipps zur Berichtigung von fehlerhaften Lagen oder bei Mehrlingsgeburten:

  • Immer zuerst einen Überblick über die Lage verschaffen
  • Mehrlinge: immer mit dem am wenigsten falsch liegenden und am weitesten in den Geburtskanal eingetretenen Lamm beginnen
  • Mehrlinge: immer mit dem Lamm, das bereits im Geburtskanal liegt beginnen
    vor dem Auszug immer die Lage berichtigen (Ausnahme: bei Hinterendlage)
  • RUHE bewahren
  • TIERARZT rufen, wenn man sich unsicher ist!
  • IMMER beachten, dass die Gebärmutter reißt, wenn man GEGEN das Tier und nicht MIT dem Tier arbeitet – nur in Wehenpause berichtigen
  • Presst das Mutterschaf ununterbrochen: TIERARZT RUFEN, keine Manipulation am Tier vornehmen – Gefahr eines Gebärmutterrisses ist zu groß
  • Immer genug Schleimersatz / Gleitgel verwenden
  • Je rutschiger der Geburtskanal ist, umso leichter geht die Zughilfe und Geburt vor sich

PRINZIP DES ZUG UND GEGENZUGS BEACHTEN!

Sind Lämmer / Kitze auf dem Rücken liegend ertastbar, sollte bei ungeübten Helfern so rasch als möglich der TIERARZT gerufen werden!

Diese Stellungen sind äußerst schwierig zu korrigieren und bedürfen wirklich sehr guter Erfahrung in der Geburtshilfe! (nur für Fortgeschrittene und Geübte).

NIEMALS Lämmer oder Kitze AUF DEM RÜCKEN LIEGEND HERAUSZIEHEN! Dies ist ein absolutes Geburtshindernis. Zieht man die Lämmer ohne vorherige Korrektur der Stellung heraus, BRICHT DEM LAMM DIE WIRBELSÄULE am Becken der Mutter!

Wir haben für Sie eine Broschüre erstellt, die die Berichtigungsmaßnahmen der häufigsten Fehllagen ausführlich beschreibt und als Hilfestellung bei der Geburtshilfe dienen soll. Die Broschüre ist im pdf-Format zum Download bereitgestellt.